Hinlegen, freimachen, Geld kassieren.
30.07.2010 - 03:15 von xibetonia
Ich verkaufe meinen Körper. Aber nur stückweise.
Mit keiner anderen Methode lässt sich so schnell so viel Geld verdienen, Stundenlöhne von über 50 Euro- wo kriegt man heute noch so viel Geld für eine Tätigkeit, für die man keinen Abschluss braucht und die man vorwiegend im Liegen ausführt?
Hallo, Leute bleibt realistisch. Ich ruiniere nicht meine Gesundheit als männliche Bordsteinschwalbe, ich rede vom Blut spenden!
Und der Stundenlohn ist übertrieben. Die meisten machen’s auch umsonst. Beim Roten Kreuz zum Beispiel, bei dem meine Blutspenderkarriere anfing. Damals, als ich gerade 18 geworden war und endlich ran durfte.
Ran an… ja was eigentlich? Vor der Spende müssen einfach gesundheitliche Dinge noch geklärt werden. Puls, Blutdruck, Temperatur nicht zu hoch, nicht zu niedrig und das Gewicht bitte ebenfalls nur im festen Rahmen.
Stimmt der Eisenwert? Mal kurz ins Ohr pieksen und nachschauen. Jetzt bitte noch etwas trinken und ob man schon gegessen hätte?
Beim ersten Mal war ich schon recht aufgeregt, zumal am selben Ort meine Eltern erst kurz vorher Silberhochzeit gefeiert hatten- nun ja, da war auch die Deko schöner.
Nach einem Gespräch mit dem leitenden Arzt, der meine Spenderfähigkeit attestierte, durfte ich dann auf einer Liege Platz nehmen und mir von einer netten älteren Dame etwas zu trinken bringen lassen. Meine Nervosität muss wohl an der Nasenspitze zu sehen gewesen sein- sie erzählte zum Beispiel, dass etwa drei Viertel der männlichen Erstspender Ohnmächtig werden, aber ich mich bisher recht gut halten würde.
Na Bravo.
Die eigentliche Nadel habe ich kaum gespürt, dass das Ganze schon vorbei sein sollte, hat mich überrascht. Noch bitte etwas liegen bleiben und dann ab an den Schnittchenstand.
Jawohl, Schnittchenstand!
Man wird versorgt und das nicht zu knapp. Richtig leckere hausgemachte Schnittchen, immer frisch belegt und von guten Geistern herumgereicht.
Geld bekommt man beim Roten Kreuz keins und das finde ich auch völlig in Ordnung so. In Kliniken wird man für die Blutspende zwar entlohnt (28 Euro für eine halbe Stunde „Arbeit“ in Marburg zum Beispiel), aber dafür gibt’s auch nur Fertigteilchen. Wer’s lieber mag...
Blut ist immer knapp, einfach weil es nicht leicht zu lagern ist.
Jeder, der schon einmal auf einem OP-Tisch gelegen hat und eine Konserve bekommen hat oder auch nur sich vorstellen kann, mal auszurutschen, sich was dabei zu brechen und viel Blut zu verlieren, sollte dankbar sein, dass es dann Leute gibt, die ihren Körper auf diese Art verkauft haben. Und vielleicht darüber nachdenken, selber für manch anderen mal nützlich zu werden.
Blutspenden ist einfach immens wichtig und so viele werden nun auch wieder nicht ohnmächtig.
Zum Schluss für die zögernden Frauen noch ein Wort. Mit einer halben Stunde Aufwand ein halbes Kilo verlieren- na, wenn das kein Anreiz ist!
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